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Gemeindepastoral 2015
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"Er
führte mich hinaus ins Weite" - Gedanken zur Besieglung der
Strukturreform von Dekan Babelotzky
"Alea iacta est" - "Der
Würfel ist gefallen".
Der
Bischof hat entschieden, was nun?
Wenn etwas entschieden ist, ist die Zeit des Ringens und Kämpfens vorbei.
Es gilt, nach vorne zu schauen, sich dem Leben zuzuwenden und zu fragen,
was nun das Gebot der Stunde ist. Mit einem Bild aus Ps 18,20 möchte ich
sagen: Entscheidungen führen zwar zunächst in die Enge, aber danach in
die Weite: "Er hat mich hinausgeführt ins Weite". Da ist etwas
dran: Unsere Räume haben sich geweitet. Aus kleineren Pfarreien sollen
nun große werden. Kann das nicht auch eine Chance sein? Wie können wir
uns das Leben in der neuen Pfarrei vorstellen? Sicher kann es nicht so
sein, dass alles beim Alten bleibt. Manchmal spüre ich aus den Reaktionen
der Bistumsleitung die Sorge, die alten Pfarreien könnten sich als
Gemeinden in den neuen Pfarreien dem gemeinsamen Weg in die Zukunft
verweigern und seien nur auf die Erhaltung ihres Profils und Eigenlebens
bedacht. Gerade bei unserem Bemühen um den substantiellen Erhalt der
Pfarrbüros, für den sich auch der Dekanatsrat ausgesprochen hat, habe
ich diese Sorge verspürt und die Ansicht, es sei doch besser, die alten
Strukturen loszulassei und sich ganz neu zu ordnen. Da ist schon etwas
dran. Andererseits hat Bischof Dr. Wiesemann in seinem Hirtenbrief selbst
dafür plädiert, dass lebendige Gemeinden auch in der neuen Pfarrei
weiterhin bestehen bleiben können und sollen. Und das empfinden sehr
viele auch so. Wo ist da die Lösung? Ich sehe die Lösung darin, dass es
eine organische Entwicklung geben muss. Ausgangspunkt sind die Gemeinden,
die sich zusammenschließen. Sie sind dann, wie es Prodekan Trutzel im
Blick auf St. Dreifaltigkeit und die Pfarreiengemeinschaft Friesenheim
einmal ausgedrückt hat, wie eine Ellipse mit zwei (oder mehreren)
Brennpunkten. Dieses Bild gefällt mir ganz gut. Auf der Basis dieses
Ausgangspunktes wird es auch Schnittmengen geben. In Arbeitskreisen und
Gruppierungen werden sich Leute aus den früheren Pfarreien zu neuen
Gemeinschaften zusammenfügen, die die alten dann möglicherweise im
Hegel'schen Sinn mehr und mehr aufheben. Sie gehen also nicht verloren,
sondern sind aufgehoben auf einer neuen Ebene. Ohne Gemeinschaft aber wird
es nicht gehen. Das betont auch die Bistumsleitung. Die brasilianische
Bischofskonferenz hat sich gerade dafür ausgesprochen, dass die dortigen
Großpfarreien überschaubare Gemeinschaften bilden sollen, in denen sich
die Menschen noch kennen können; denn sie wissen genau: anders können
sie nicht bestehen gegen die vielen freikirchlichen Gemeinschaften, die
gerade deswegen so viel Zulauf haben, weil sich die Menschen dort als
Gemeinschaft erfahren können.
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Pfarreienstruktur
in Kraft
Nach eineinhalbjähriger Diskussionsphase hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann
die neue Pfarreienstruktur des Bistums Speyer in Kraft gesetzt.
Mit seinem Konzept "Gemeindepastoral 2015" strebt das Bistum eine
strukturelle und inhaltliche Neuordnung der pfarrlichen Seelsorge an, die ab
2015 Gültigkeit haben wird. Dann werden aus bislang 346 Pfarreien in 123
Pfarreiengemeinschaften 70 neue, größere Pfarreien entstehen. "Es war
kein einfacher Weg", so der Bischof. Denn auch wenn die bisherigen
Pfarreien als Gemeinden erhalten blieben, müssten sie doch Gewohntes aufgeben,
von Liebgewordenem loslassen und sich auf neues, noch unsicheres Terrain
einlassen. Mit der Inkraftsetzung der Neuordnung ist nun die Zuordnung der
bisherigen Pfarreien und Filialgemeinden endgültig festgelegt. Außerdem
sind die festen Gottesdienstorte ‑ wo jeden Sonntag zur selben Zeit eine
Messe gefeiert wird ‑ sowie die Amtssitze der Pfarrer verbindlich benannt.
Im Gegensatz zu den Pfarreigrenzen stehen die Namen der neu umschriebenen
Seelsorgeräume noch nicht fest. Noch vor den Sommerferien soll ein
Namensgebungsverfahren entwickelt werden.
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In
dieser Richtung bildet der Pfälzer Pfarrer Pirmin Spiegel dort gerade
Laienmissionare aus, die sich in erstaunlich großer Zahl für diesen
Dienst zur Verfügung stellen. Er sprüht geradezu vor Begeisterung, weil
er spürt, dass seine Berufung hier ihre Erfüllung findet.
Auch das wird eine ganz
wesentliche Aufgabe des Leitenden Pfarrers in der neuen Pfarrei sein,
Gläubige, die sich dazu motivieren lassen, für die Verkündigung des
Glaubens und die Betreuung von Gemeinden intensiv zu schulen und zu
befähigen. Im übrigen gilt es jetzt, ohne Panik den Weg in die Zukunft
unter die Füße zu nehmen. Auf
absehbare Zeit braucht ja keine Gemeinde Angst zu haben, sie müsste am
Wochenende auf den Gottesdienst verzichten. Die Zahl der Priester, die den
Pfarreien zur Verfügung stehen, ändert sich ja nicht sofort aufgrund der
neuen Struktur. Ich empfinde es auch als Chance, dass die im Herbst neu
gewählten Räte dann noch vier Jahre Zeit haben, der neuen Pfarrei
schrittweise Profil und Gesicht zu geben. Voraussetzung dafür ist
natürlich die Bereitschaft vieler Gläubigen, sich dieser Aufgabe und
Verantwortung zu stellen. So möchte ich mit dem Text eines Liedes an uns
alle appellieren, den Blick nach vorne zu richten und den Weg unter die
Füße zu nehmen nach dem Wort eines Liedes: "Geh, geh, geh den Weg,
den der Herr Dir zeigen wird. Sei frohen Mutes und fürchte Dich nicht;
denn der Herr Dein Gott ist mit Dir!"
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